Juli-Blog


Psych KHG verabschiedet!

Am 11. Juli wurde das bayerische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) im Landtag  mit den Stimmen von CSU, SPD und FREIEN WÄHLERN verabschiedet. (sowie auch ein zusätzlicher Antrag der CSU auf mehr Förderung von Selbsthilfe, Beschwerdestellen und polizeilicher Sonderausbildung).

Weitere Details im Newsletter des Bayerischen Landtages:

https://www.bayern.landtag.de/aktuelles/sitzungen/aus-dem-plenum/psychisch-kranken-hilfegesetz/

Ein Zitat aus dem Newsletter:
"Ganze zwölf Änderungsanträge hatte die CSU eingebracht, um insgesamt 22 Stellungnahmen mit mehr als 150 Seiten Kritik von psychiatrischen Experten und Betroffenen gerecht zu werden. Die Opposition beeindruckte dies jedoch wenig. „Es gab schon seit 2017 massivste Bedenken von Fachverbänden am ersten Gesetzentwurf“, blickte Kathrin Sonnenholzner (SPD), die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, zurück. „Dass dieses Gesetz trotzdem zur Vorlage gekommen ist, ist ein Tiefpunkt des Parlamentarismus. Es hätte das Gesundheitsministerium so nie verlassen dürfen.“ Dass nun ein zustimmungswürdiger Entwurf vorliege, sei nur dem Zufall zu verdanken: Markus Söder hätte sich nach dem Regierungswechsel die Verbesserung auf die Fahne schreiben wollen.. "

Bezirketagspräsident Josef Mederer begrüßte das Gesetz trotzdem in einer Pressemitteilung des Bayerischen Bezirketages mit den Worten:
„Ich freue mich, dass wir mit dem PsychKHG nun ein modernes und zukunftsweisendes Gesetz zur Versorgung – und wenn nötig Unterbringung – von psychisch kranken Menschen in Bayern haben. Wir werden nun alles daran setzen, dieses Gesetz in unseren Kliniken und Einrichtungen so rasch wie möglich zum Wohle der uns anvertrauten Menschen umzusetzen. Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und niedrigschwellige Hilfe sind Ziele des neuen PsychKHG. Der Psychiatrische Krisendienst, dessen flächendeckende Umsetzung in allen sieben Bezirken nun so rasch wie möglich beginnen soll, leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Damit können wir Menschen, die sich in psychischen Notlagen oder Krisen befinden, frühzeitig erreichen und ihnen mit fachkundiger Beratung und therapeutischer Begleitung helfen“

Die Grünen und die MUT Partei kritisieren das Gesetz weiter für "eklatante handwerkliche Fehler". Die Initiatoren der Petition " Herr Söder, stoppen und überarbeiten Sie das bayerische Psychiatriegesetz " schreiben "Wir sind nicht zufrieden und wir werden weiter auf die Fehler im Gesetz hinweisen".

Trotzdem hat der Protest der Oppositionsfraktionen sowie zahlreicher Verbände und Bürger und vor allem die Petition von Kristina Wilms und Uwe Hauck mit über 140.000 Unterschriften Wirkung gezeigt und das Schlimmste verhindert. Durch den Druck der Öffentlichkeit wurde die CSU-Regierung gezwungen, ihren stigmatisierenden Gesetzentwurf abzuändern. Der Ausschuss für Gesundheit und Pflege befasste sich am Dienstag, dem 12. Juni 2018, mit den Änderungsanträgen. Erfreulicherweise wurden fast alle eingereichten Anträge akzeptiert. So wird beispielsweise auf eine Zentraldatei verzichtet. Auch werden Besuchskommissionen gebildet, statt Unterbringungsbeiräte einzuführen.

Wir werden wachsam bleiben und weiter über das neue Gesetz berichten!


 

Filmkunstwochen: Psychiatrie im Film

BASTA - das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen und ariadne – Verein zur Hilfe für Alterskranke und seelisch Kranke e. V. zeigen Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Kino „Neues Rottmann“ auch dieses Jahr wieder Filme zum Thema Psychiatrie. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussion mit Betroffenen, Angehörigen und Psychiatrie-Profis statt.


Donnerstag, 26.07.2018.18 Uhr: 
 „Vier Könige“
(Deutschland 2014/25)

Themen: Orientierungslosigkeit bei Jugendlichen, Möglichkeiten psychotherapeutischer Behandlung
Nach immer massiver eskalierenden Familienkonflikten verbringen die vier Jugendlichen Alex, Fedja, Timo und Lara die Weihnachtsfeiertage in der Jugend-psychiatrie. In den unkonventionellen Therapiestunden des Psychiaters Dr. Wolf erleben die vier völlig überraschend ein Weihnachten, das sie nie vergessen werden. Getragen wird der Film von den jungen Schauspielern Paula Beer, Jella Haase, Jannis Niewöhner und Moritz Leu. Die Regisseurin Theresa von Eltz bekam für ihren ersten Kinospielfilm zahlreiche Preise und Nominierungen.

Zum Einsatz an Schulen ab der 9. Jahrgangsstufe gibt es ein Begleitprogramm: http://www.4koenige-derfilm.de/downloads/4_Koenige_Begleitmaterialien.pdf


 

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Freitag, 27.07.2018. 18 Uhr:
„Eleanor und Colette“ Drama (USA 2017)

Themen: Umgang mit psychisch erkrankten Menschen, Behandlungsvereinbarung

Eine an Schizophrenie erkrankte Frau (Eleanor Riese) wird Ende der 1980er Jahre in eine Psychiatrie in San Francisco eingewiesen. Sie möchte mit den Ärzten wegen der starken Nebenwirkungen der Medikamente verhandeln, was ihr verweigert wird. Unterstützung erhält sie von der Anwältin Colette Hughes.

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Die Filme werden im Kino „Neues Rottmann“, Rottmannstr. 15 in 80333 München
(Tel.: 089/521 683). Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

Das gesamte Programm der Filmkunstwoche http://filmkunstwochen-muenchen.de/programm-2018/ .


Umfrage zum Thema Depression


Die französische Gruppe der britischen Wohltätigkeitsorganisation Cochrane arbeitet an einer Studie, deren Ziel es ist, Daten zu erheben, die für die Forschung zur Behandlung von Depressionen und im klinischen Alltag entscheidend sind. In Frankreich haben sich schon mehr als 2000 Menschen beteiligt, jetzt gibt es die Umfrage auch auf Deutsch (http://clinicalepidemio.fr/depression/de/). Die Studie trägt den Namen PROCEED. Damit sollen die Erwartungshaltungen an die Behandlung von Depressionen ermittelt werden. Der Fragebogen ist anonym.
Sie können teilnehmen, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind UND
 in der Vergangenheit an einer depressiven Episode gelitten haben beziehungsweise aktuell an einer solchen leiden ODER
Sie eine Bezugsperson (also ein Bekannter, Freund oder Familienmitglied) von jemandem sind, der/die aktuell unter einer depressiven Episode leidet beziehungsweise in der Vergangenheit unter einer solchen gelitten hat ODER
Sie eine medizinische Fachkraft (Psychiater/in, Psycholog/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Hausarzt/Hausärztin etc.) sind, die sich um depressive Patientinnen und Patienten kümmert.

Für Rückfragen stehen
Prof. Stefan Leucht von der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der TU München, 089/4140-4249, stefan.leucht@tum.de,
und
Prof. Gerald Gartlehner, Leiter des österreichischen Cochrane-Zentrums, gerald.gartlehner@doanu-uni.ac.at, zur Verfügung.

Es würde uns freuen, wenn sich viele beteiligen würden.


Broschüre „Wege zur Psychotherapie“ von der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)

Um zu verstehen, wie Psychotherapie wirkt, hat die BPtK die Broschüre „Wege zur Psychotherapie“ erstellt. Sie ist unter https://www.bptk.de/Patienten/Einfuehrung.html abrufbar.
Speziell für Eltern von psychisch kranken Kindern wird der Ratgeber „Psychotherapie für Kinder und Jugendliche“ angeboten: https://www.bptk.de/fileadmin/user_upload/Patienten/Einf%C3%BChrung/20180514_BPtK_Elternratgeber.pdf.

 Psychotherapie für Kinder und Jugendliche

Psychotherapie für Kinder und Jugendliche


Gewalttaten nicht vorschnell auf psychische Störungen zurückführen

Die Verknüpfung von „Straftäter“ und „psychisch krank“ wird in den Medien immer häufiger thematisiert. Ein „normaler“ Mensch kann doch nicht böse sein!
Bitte lesen Sie dazu das Interview der Süddeutschen Zeitung mit Professor Thomas Pollmächer zum „Amoklauf“ in Münster, das am 11. April 2018 unter: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/interview-am-morgen-attacke-in-muenster-amoklauf-davon-kann-man-hier-sicher-reden-1.3937908
erschienen ist.
Er skizziert, warum es falsch ist, Gewalttaten vorschnell auf psychische Störungen zurückzuführen, wie es im Fall Münster geschehen ist.