So kannte man und frau Rudi Starzengruber: Freundich und unaufgeregt aber bestimmt in der Sache.
Hier ein Foto vom Psychiatrietag in Rosenheim 2023.
BASTA trauert um Rudolf Starzengruber
Am 7. Juli 2026 verstarb, für uns völlig überraschend, Rudolf "Rudi" Starzengruber im Alter von 59 Jahren.
Unser Verein verliert mit Rudi einen seiner ersten Mitglieder und aktivsten Fürsprecher. In unserem Schulprojekt war er seit 2010 als "Betroffener" aktiv. Seine Offenheit und positive Lebenseinstellung trotz seiner psychischen Erkrankung machten ihn zum perfekten Botschafter für unsere Sache. Seine Nähe zu jungen Menschen, die er als ehemaliger Trainer und Sportler besaß, öffneten ihm außerdem die Herzen der jungen Teilnehmenden am Schulprojekt.
Doch Rudi war immer auch ein Türöffner, ein umsichtiger Netzwerker und Verbinder zwischen den Welten der psychiatrischen Versorgung, der Betroffenen und der Angehörigen. Deshalb beklagen nicht nur wir vom Bündnis, sondern auch das KBO, die BayPe, NetzwerkG, EX-In Bayern, das DZPG und viele andere den schmerzlichen Verlust. Er hinterlässt eine schwer zu füllende Lücke.
Wir trauern um einem guten Freund und verlässlichen Mitstreiter.
Die Beerdigung von Rudolf fand am 16.07.2026 in der Pfarrkirche St. Konrad in Burghausen mit anschließender Beisetzung im Friedhof Burghausen statt.
“Tatort Geschichte” wird gemacht von Niklas Fischer (links) und Hannes Liebrandt, zwei Historiker von der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Folge vom BR-Podcast “Tatort Geschichte” mit BASTA-Gast
BASTA-Vorsitzender Peter Bechmann tritt als Gast in einer Folge des History-Podcasts “Tatort Verbrechen” auf. Die neue Folge “Vom Kriegshelden zum ‚Asozialen” erzählt die Geschichte des ehemaligen Soldaten Hans Erich Kraus, der aufgrund seiner Traumata aus dem Ersten Weltkrieg alkoholkrank wurde. Als „Asozialer“ wurde er zunächst zwangssterilisiert und kam dann ins Pflegeheim Eglfing-Haar, der Vorgängereinrichtung des heutigen kbo-Isar-Amper-Klinikums in Haar. Es begann ein Leidensweg, der mit der Ermordung im KZ Auschwitz endete.
Am Ende des Podcasts berichtet BASTA-Vorsitzender Peter Bechmann, wie das Stigma psychischer Erkrankungen bei seiner Ersterkrankung 1983 noch lebendig war und wie er heute mit seiner psychischen Erkrankung lebt und arbeitet. Er hebt auch hervor, welche Bedeutung die Antistigma-Arbeit von BASTA für das Verständnis und die Akzeptanz dieser Erkrankung bei jungen Menschen haben kann, und warum wir als Gesellschaft etwas dafür tun müssen, damit Menschen mit seelischer, geistiger und körperlicher Behinderung nicht wieder ausgegrenzt werden.
Hier kann die Folge abgerufen werden:
https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:14e180eb6ff9784b/
Grafik des Online-Flyers der Selbsthilfe-Gruppe “Kontaktabbruch bei psychischen Erkrankungen”
Wenn die Psyche trennt – Online Selbsthilfegruppe bei familiärem Kontaktabbruch
Ein radikaler Kontaktabbruch in der Familie ist ein massiver, oft schambehafteter Einschnitt. Diese Gruppe wendet sich an Angehörige psychisch Erkrankter, die unfreiwillig zurückgelassen wurden und unter dem Kontaktabbruch leiden.
Arbeitsweise: Die Gruppe bietet einen geschützten Raum für einen lebendigen Austausch, für Verständnis, Anteilnahme und gegenseitige Hilfe. Das Verarbeiten, das Trauern und das Loslassen stehen im Mittepunkt. Im Gegensatz zu offenen Gesprächskreisen arbeitet diese Gruppe nach einem strukturierten Konzept, das Halt, Orientierung und einen heilsamen Perspektivenwechsel bieten soll.
Die Teilnahme an der Online-Gruppe ist kostenlos.
Der Start der Gruppe ist am Montag, den 24.08.2026 um 19 Uhr – online (danach monatliche Treffen nach Absprache).
Um den geschützten Rahmen der Gruppe zu wahren, ist vor der ersten Teilnahme ein kurzes Erstgespräch erforderlich.
(Zwecks Terminabsprache bitte Telefonnummer angeben).
Kontakt: selbsthilfegruppe-kontaktabbruch@outlook.de
Vermittlung auch über das SHZ München: info@shz-muenchen.de
oder Telefonisch über: 089/532956-11
Headerlogo auf der Webseite www.dzpg.org
DZPG warnt vor für psychischen Risiken sozialer Medien bei Jugendlichen
Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) wendet sich mit einer Forderung für eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für algorithmusbasierte soziale Medien an die Politik. Gleichzeitig wird eine Stärkung von Medienkompetenz und Hilfestellungen für die betroffenen Eltern gefordert.
Zahlreiche, in unterschiedlichen Studienkontexten replizierte Untersuchungen zeigen Zusammenhänge zwischen intensiver oder problematischer Social-Media-Nutzung und psychischen Belastungen – darunter Depression, Angst, Schlafstörungen, Essstörungssymptome und in Teilen auch Suizidalität. Besonders betroffen sind junge Menschen und Personen mit bereits bestehenden psychischen Erkrankungen.
Laut der Studien befürwortet eine große Mehrheit der Eltern altersbezogene Schutzmaßnahmen für soziale Medien.
Die Forderungen des DZPG
Verbindliche Altersgrenze von 13 Jahren
Bundesregierung und EU sollten ein rechtlich durchsetzbares Mindestalter von 13 Jahren für algorithmusbasierte soziale Medien einführen, einschließlich verlässlicher digitaler Altersverifikation.Nachweispflicht für Plattformanbieter
Plattformanbieter sollen künftig nachweisen müssen, dass ihre Dienste für Minderjährige keine erheblichen Risiken für die psychische Gesundheit bergen. Gesundheitsgefährdende Funktionen, allen voran suchtfördernde Algorithmen, müssen aus Profilen Minderjähriger entfernt werden.Stärkung von Medienkompetenz und Elternaufklärung
Das DZPG fordert die Politik zudem auf, in Bund und Ländern Programme zur Medienkompetenz auszubauen und in EU und Bund gezielt Aufklärungskampagnen zu finanzieren. Dabei sollten nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern insbesondere auch die Eltern direkt eingebunden werden.
Die komplette Meldung finden Sie auf: https://www.dzpg.org/aktuelles/pressemitteilungen/beitrag/psychische-gesundheit-von-kindern-und-jugendlichen-dzpg-fordert-altersgrenze-von-13-jahren-fuer-soziale-medien-und-zusaetzlichen-fokus-auf-nutzungsverhalten-von-eltern
Vier der Protagonisten der Dokumentation “Der Weg der Verrückten” im Gespräch mit Moderator Dr. Stephan Mirisch im Kino “Neues Rottmann” (Foto: Dr. Walter Stehling)
Ein denkwürdiger BASTA-Abend im Neuen Rottmann
Das neue Rottmann war am Donnerstag-Abend, dem 3. Juli gut besucht, als der Dokufilm “Der Weg der Verrückten” in der Reihe “Psychiatrie im Film” im Rahmen der Münchner Filmkunsttage lief. Der Regisseur Tymian Hopf begleitete eine 10-tägige Wanderung von Psychiatrie-Erfahrenen von Augsburg nach Kempten. Das Publikum begleitete die Menschen mit ihren Ängsten, Zweifeln und ihrem Willen, die Sache durchzuziehen. Der Weg nach Kempten wurde so zum Weg an die Öffentlichkeit, denn die Akteure teilten ihre Geschichten mit den Zuschauern.
Nach dem Abspann kamen vier Protagonisten des Films nach vorne. Der Applaus war riesig und die Gesichter der Filmhelden strahlten voller Stolz. Im Interview mit Moderator Dr. Stephan Mirisch, dem ärztlichen Leiter der Tagesklinik Süd für Psychiatrie und Psychotherapie des BRK-Kreisverbandes München, betonten sie, wie sehr sie an der Herausforderung gewachsen sind. Daniela berichtete, dass sie eine Ex-In-Ausbildung begonnen hat und Daniel zeigte sich nach seinem Filmouting ganz von seiner Aufgabe als “Botschafter” für Psychiatrieerkankte erfüllt. Der dritte Betroffene bedauerte, dass er sich im Film nicht traute, sich mehr zu öffnen, jedoch sorgten seine trockenen Kommentare für eine schöne Leichtigkeit. Der Profi vom AWO erzählte vom neuen Wander-Projekt rund um den Bodensee. Ein Abend ganz im Geiste der Antistigma-Arbeit.
